Nach einem Kurseinbruch um drund ein Drittel in nur sechs Wochen sind die Aktien von Nordex am Mittwoch wieder durchgestartet. Die Aussicht auf volle Auftragsbücher des Herstellers von Windkraftanlagen trieb den Kurs am Vormittag in der Spitze um fast 15 Prozent nach oben. Zuletzt betrug das Plus noch knapp 10 Prozent auf 10,76 Euro, damit lagen die Aktien an der Spitze des Nebenwerte-Index SDax .

Die Auftragslage verbessere sich, die Produktionsleistung habe in der zweiten Jahreshälfte bereits deutlich zugenommen, teilte das Unternehmen mit. Nach einem gestiegenen Auftragseingang in den ersten sechs Monaten dürfte Nordex im zweiten Halbjahr deutlich mehr Anlagen installieren und hat die Fertigung von Turbinen und Rotorblättern bereits hochgefahren.

"Wir bleiben Käufer der Aktie", schrieb Analyst Sebastian Growe von der Commerzbank. Der Experte fand im Zahlenwerk der Hamburger gleich mehrere positive Aspekte. So habe der Umsatz im zweiten Quartal seine Annahme gleich um fast ein Viertel übertroffen. Auch sei Nordex profitabler gewesen als von ihm und seinen Kollegen erwartet.

Zudem sei der Anteil der operativen Ausgaben sowohl im Vergleich zum Vorjahresquartal als auch zum Vorquartal zurückgegangen. " Das zeigt, dass die Kosten unter Kontrolle sind", sagte der Experte. Auch das Nettoumlaufvermögen habe Nordex zuletzt besser im Griff gehabt. Diese Kennziffer weist aus, welcher Teil des Vermögens zur Erwirtschaftung von Umsatz zur Verfügung steht und nicht durch Fremdmittel finanziert ist.

Anleger hatten in diesem Jahr mit starken Kursschwankungen zu kämpfen. Vom Jahresbeginn bis Anfang April verdoppelte sich der Kurs auf fast 16 Euro. Das war der höchste Stand seit mehr als zwei Jahren. Angetrieben wurden die Papiere vor allem von sich häufenden Aufträgen. In den kommenden Wochen gaben sie wieder um rund ein Viertel nach.

Anfang August schnellten die Papiere in nur drei Tagen um gut 20 Prozent nach oben auf knapp 15 Euro. Seitdem fielen sie wieder kontinuierlich zurück und rutschten am Vortag mit 9,41 Euro auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Unter anderem belasteten vorsichtige Aussagen des Kontrahenten Siemens Gamesa den Nordex-Kurs.

Nun aber herrschte wieder Erleichterung ob der guten Nachrichten von Nordex. "Die Ziele für das Finanzjahr 2019 bleiben in Reichweite", sagte Commerzbank-Analyst Growe. Er verwies darauf, dass die Aktien mit einem Abschlag von 25 Prozent zu denen der Wettbewerber Siemens Gamesa und der dänischen Vestas Wind bewertet seien - "und das trotz einer deutlich besseren Gewinndynamik"./bek/knd/mis

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AXC0188 2019-08-14/12:05

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