Die Pessimisten am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwoch das Zepter weiter in der Hand. Der Dax stand am Nachmittag 1,52 Prozent tiefer bei 11 844,12 Punkten. Bereits am Vortag hatte der deutsche Leitindex schwächer geschlossen, sich aber noch über der runden Marke von 12 000 Punkten halten können. Charttechnik-Experten sehen im Bereich bei 11 850 Punkten derzeit die wichtigste Unterstützung für den Dax. Diese wackelt aktuell.

Die Sorgen vor einer globalen wirtschaftlichen Abkühlung nähmen zu, kommentierte Analyst James Hughes vom Broker AxiTrader auch mit Blick auf die an diesem Mittwoch erneut schwächer erwartete Wall Street. Neben der Furcht vor weiteren Einschränkungen im US-chinesischen Handel seien die drohende Eskalation zwischen den USA und dem Iran, der Brexit und eine mögliche Konfrontation zwischen der italienischen Regierung und der Europäischen Union Belastungsfaktoren, schrieben die Experten der Helaba.

Vor diesem Hintergrund ging es auch für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zur Wochenmitte bislang um 1,72 Prozent nach unten. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen verlor 1,60 Prozent auf 24 782,25 Punkte.

Unternehmensmeldungen verliehen im MDax immerhin den Papieren von ProSiebenSat.1 , Aroundtown und Rocket Internet Schwung. ProSiebenSat.1 profitierten mit plus 3,1 Prozent vom Einstieg des italienischen Mediaset-Konzerns . Den Papieren des Immobilienkonzerns Aroundtown und der Start-up-Schmiede Rocket Internet halfen Quartalszahlen zu Kursgewinnen von 3,4 beziehungsweise 4 Prozent.

Bechtle sackten indes um fast 8 Prozent ab. Das lag zum einen daran, dass die Baader Bank ihre Kaufempfehlung für die Papiere des IT-Dienstleisters strich, zum andern an der vom Kurs abgezogenen Dividende.

Der Einstieg des Batterieherstellers Varta in das Geschäft mit Gerätebatterien für Endkunden kam am Markt gut an. Varta habe günstig zugekauft, sagte ein Händler. Die im SDax notierten Varta-Aktien eilen seit Tagen von Rekord zu Rekord, so auch am Mittwoch.

Stahlwerte wie Thyssenkrupp und Salzgitter präsentierten sich sehr schwach, nachdem der weltgrößte Stahlhersteller ArcelorMittal mitgeteilt hatte, seine Produktion in Europa wegen der schwachen Stahl-Nachfrage herunterzufahren.

Auch Papiere aus der Halbleiterbranche wie Infineon oder Aixtron litten mit hohen Kursverlusten von mehr als 5 beziehungsweise mehr als 2 Prozent unter dem konjunkturtrüben Umfeld. Ein Händler führte die Verluste vor allem auf die Sorgen um eine nachlassende Chip-Nachfrage in Folge des US-chinesischen Handelskonflikts zurück.

Sollten Smartphone-Hersteller stärker in den Konflikt hineingezogen werden und China mit Restriktionen gegen Apple auf die US-Sanktionen gegen Huawei reagieren, dann dürften die Chip-Preise insgesamt unter Druck geraten. Chip-Hersteller dürften in diesem Szenario eher Kapazitäten vom Markt nehmen als neue Fertigungsanlagen zu kaufen, sagte der Händler.

Im Dax waren mit minus 4,3 Prozent die Anteile des Zahlungsabwicklers Wirecard als Index-Schlusslicht sehr schwach. Börsianer sprachen von Gewinnmitnahmen. Vorne waren die Papiere der Deutschen Börse , die sich kaum verändert zeigten.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,21 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,02 Prozent auf 143,90 Punkte zu. Der Bund-Future legte um 0,04 Prozent auf 167,96 Punkte zu.

Der Euro kostete zuletzt 1,1152 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1192 Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8935 (0,8930) Euro gekostet./ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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AXC0205 2019-05-29/14:43

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