Getrieben von der Hoffnung auf bessere Konjunkturzeiten ist es am Dienstag an den US-Aktienmärkten weiter nach oben gegangen. Schlagzeilen machte dabei vor allem der Nasdaq 100 -Index mit einer neuen Bestmarke, wobei Kursrekorde der Branchengiganten Apple, Microsoft und Amazon den Takt vorgaben. Zuletzt zog der technologielastige Auswahlindex nahe seines Tageshochs um 1,61 Prozent auf 10 293,35 Zähler an.

Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial gewann derweil 0,99 Prozent auf 26 283,55 Punkte. Bis zu einem neuen Rekord hat er noch einen guten Weg vor sich: zum Niveau über 29 500 Punkten, das er vor dem Corona-Crash inne hatte, fehlen ihm noch 12,5 Prozent. Auch der marktbreite S&P 500 , der am Dienstag um 1,11 Prozent auf 3152,44 Zähler stieg, hat derzeit noch keinen Rekord in Griffweite.

Die US-Märkte schlossen sich mit ihren Aufschlägen den europäischen Börsen an, auch wenn die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle mit dem Coronavirus präsent blieb. Die Hoffnung, dass die Weltkonjunktur mit den Lockerungen ihrem Tal entkommt, wurde am Dienstag von Einkaufsmanagerdaten vor allem aus Europa untermauert. Andererseits hieß es, die Anleger vertrauten darauf, dass die Regierungen und Notenbanken mit weiteren Maßnahmen bereit stehen werden, sollten die Wirtschaft erneute Rückschläge erleiden.

Erleichterung herrschte auch, weil US-Präsident Donald Trump den Markt beruhigte mit beschwichtigenden Worten zum Handelskonflikt mit China. Das Abkommen zwischen beiden Staaten sei vollständig intakt, hatte Donald Trump zwischenzeitlich noch anderslautende Spekulationen entkräftet. Anlass zu diesen hatten Aussagen seines Handelsberaters Peter Navarro gegeben.

Unter den großen Nasdaq-Werten, die teils auch im Dow gelistet sind, festigten die Aktien von Microsoft die am Vortag übersprungene Kursmarke von 200 Dollar. Auch die Titel des Online-Händlers Amazon sprangen auf den Rekordzug auf.

Prozentual die Nase vorn unter den Tech-Riesen hatte aber Apple mit einem Anstieg um 3,2 Prozent. Bei dem iPhone-Konzern steht diese Woche die Entwicklerkonferenz WWDC im Blickpunkt. Nicht überraschend hatte der Konzern am Vortag schon mitgeteilt, dass er für seine Mac-Computer künftig eigene Chips statt solcher des Prozessorherstellers Intel einsetzen wird.

Allgemein stark gefragt waren derweil auch Bankentitel - eine Tendenz, die zuvor auch schon in Europa zu beobachten war. Dort argumentierten Händler nach den Einkaufsmanagerdaten damit, dass es das Kreditgeschäft der Geldhäuser wieder beleben würde, wenn die Konjunktur wieder Fahrt aufnimmt. Im Dow verbuchten die Aktien von JPMorgan ein Plus von immerhin 1,3 Prozent.

American Airlines dagegen befanden sich am Dienstag weiter im Abwärtsstrudel. Sie sackten um fast acht Prozent ab. Hier steht weiter eine mögliche Kapitalerhöhung der Schieflage geratenen Fluggesellschaft im Raum.

Eine negative Ausnahme an der Nasdaq waren die Aktien des Chipherstellers Micron Technology mit einem Abschlag von mehr als zwei Prozent. Die Experten von BMO Capital hatteb die Papiere wegen eingetrübter Perspektiven in der Speicherchip-Branche auf ein neutrales Votum abgestuft./tih/mis

 ISIN  US2605661048  US6311011026  US78378X1072

AXC0377 2020-06-23/20:16

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