Die Aktien von Canopy Growth (WKN:A140QA) hatten sicherlich einen Lauf. Auf der anderen Seite ist Aphria (WKN:A12HM0) so ziemlich in jede Pfütze getreten. Die Aktienkursentwicklung der beiden kanadischen Marihuana-Produzenten spiegelt das in gewisser Weise wider, wobei sich die Aktien von Canopy in den letzten 12 Monaten mehr als verdoppelt haben und die Aphria-Aktien in diesem Zeitraum um fast 20 % gesunken sind.

Die Vergangenheit, ob gut oder schlecht, zeigt jedoch nicht unbedingt, wie gut sich ein Unternehmen und seine Aktien in der Zukunft entwickeln werden. Welche dieser beiden Cannabis-Aktien ist jetzt die bessere Wahl für Investoren? Schauen wir doch mal, wie Canopy Growth und Aphria gegeneinander abschneiden.

Was für Canopy Growth spricht

Canopy Growth ist in Bezug auf die Marktkapitalisierung das größte Marihuana-Unternehmen. Und es ist wohl in der besten Position, um langfristig der größte Gewinner in der weltweiten Cannabisbranche zu sein. Um in der Cannabisbranche erfolgreich zu sein, muss ein Unternehmen über ausreichende Produktionskapazitäten und eine starke Präsenz in Schlüsselmärkten verfügen. Das schafft Canopy.

Das Unternehmen verfügt über 10 Produktionsstätten in Kanada. Diese Einrichtungen umfassen insgesamt 4,3 Millionen Quadratfuß an lizenzierter Anbaufläche. Canopy hat zudem Expansionsprojekte am Start, um weitere 1,3 Millionen Quadratmeter hinzuzufügen. Damit ist das Unternehmen die Nummer 2 in der Produktionskapazität und liegt nur hinter Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) zurück.

Canopy hat eindeutig eine starke Präsenz auf wichtigen Cannabismärkten. Das Unternehmen hatte im ersten Quartal bei den Verkäufen von Freizeitmarihuana für Erwachsene in Kanada den höchsten Marktanteil der Branche. Man ist auch ein wichtiger Akteur auf den internationalen medizinischen Cannabismärkten mit eigenen Niederlassungen in mehr als einem Dutzend Ländern.

Das Unternehmen kann nicht in den US-Marihuanamarkt vordringen, solange Marihuana auf Bundesebene illegal bleibt. Canopy hat jedoch bereits den Sprung auf den US-Hanfmarkt geschafft. Dank der Verabschiedung der Farm Bill im Dezember 2018 ist Hanf nun in den USA legal. Canopy hat alles daran gesetzt, um schnell eine Hanfproduktionslizenz im US-Bundesstaat New York zu erhalten und investiert mehr als 100 Millionen USD in den Bau einer großen Hanfproduktionsanlage.

Das vielleicht stärkste Argument für den Kauf von Canopy Growth ist die Beziehung zu Constellation Brands. Der große Hersteller von alkoholischen Getränken investierte 2017 erstmals in Canopy und kaufte damals einen Anteil von 9,9 %. Im Jahr 2018 investierte Constellation weitere 4 Milliarden USD, um seinen Anteil an Canopy auf 38 % zu steigern.

Es gibt zwei große Vorteile, die Constellation dem kleinen Partner Canopy bieten kann. Erstens hat Canopy jetzt einen großen Vorrat an Cash herumliegen, den man nutzen kann, um zu expandieren, ohne Geld durch Aktienemissionen oder weitere Schulden reinholen zu müssen. Zweitens sollte die Expertise von Constellation beim Aufbau erfolgreicher Verbrauchermarken dann auch helfen, wenn die ersten Cannabis-versetzten Getränke auf den Markt kommen.

Was für Aphria spricht

Aphria hat mehr als genug Probleme gehabt. So wurde dem Unternehmen im letzten Jahr vorgeworfen, dass man für LATAM Holdings viel zu viel bezahlt hat, wovon Insider profitiert haben sollen. Aber diese Probleme haben dazu geführt, dass die Marktkapitalisierung von Aphria attraktiver aussieht als die vieler Konkurrenten. Und wie Canopy kann auch Aphria hohe Werte in den Bereichen Produktionskapazität sowie der Präsenz in Schlüsselmärkten vorweisen.

Mit fünf Produktionsstätten verfügt Aphria über eine Anbaufläche von mehr als 2,6 Millionen Quadratfuß. Obwohl all diese Flächen noch nicht lizenziert und voll funktionsfähig sind, ist Aphria auf dem besten Weg, jährlich rund 255.000 Kilogramm Cannabis produzieren zu können und rangiert damit bei der Gesamtproduktionskapazität an dritter Stelle hinter Canopy Growth.

Aphria ist auch einer der führenden Anbieter auf dem legalen Markt in Kanada, auch wenn Angebotsengpässe und Schwierigkeiten beim Vertrieb den Umsatz belastet haben. Diese Probleme sollten jedoch nur vorübergehend sein.

Das Unternehmen ist auch ein bedeutender Akteur auf dem Weltmarkt für medizinisches Cannabis. Aphria beansprucht Anbaulizenzen in sechs Ländern und hat Vertriebsniederlassungen in vier weiteren Ländern. Am beeindruckendsten war vielleicht, dass Aphria einer von nur drei Marihuanaproduzenten war, die die Zulassung für den Anbau von medizinischem Cannabis in Deutschland erhielten.

Die Aktionäre von Aphria lehnten einen Übernahmeversuch des US-amerikanischen Cannabisherstellers Green Growth Brands ab. Aber das Unternehmen scheint dann doch an einem möglichen Deal interessiert zu sein. Dank all der Vorteile, die es bietet, könnte Aphria es auf die Shortlists gleich mehrerer großer Unternehmen in Branchen außerhalb der Cannabisindustrie geschafft haben.

Welche Aktie ist die bessere Wahl?

Auch wenn ich denke, dass Aphria wohl eine bessere Zukunft vor sich haben wird, sieht Canopy Growth nach der langfristig intelligenteren Wahl für Investoren aus. Die Beziehung von Canopy zu Constellation Brands und die damit verbundene Liquidität versetzen das Unternehmen in eine beneidenswerte Position.

Sicher, Canopys Marktkapitalisierung von mehr als 16 Milliarden USD sieht aufgrund der geringen vergangenen Umsätze des Unternehmens nach verdammt viel aus. Die Chancen für Cannabis sind jedoch auf der ganzen Welt so groß, dass diese Bewertung in einigen Jahren durchaus wie ein Schnäppchen aussehen könnte.

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The Motley Fool empfiehlt Aktien von Constellation Brands. Keith Speight besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel erschien am 12.5.2019 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2019