Der Umgang mit Corona hat vor allem Eines wieder vor Augen geführt – welchen überragenden Stellenwert die eigene Gesundheit hat. Ohne Gesundheit ist alles nichts. In Gesellschaften, in denen das Median-Alter aufgrund demographischer Tendenzen zunimmt, gilt dieser Fokus auf Krankheitsprävention und adäquate Behandlungsmethoden erst recht.

Feststellbar ist auch eine Tendenz, die Gesundheitsvorsorge selbstverantwortlich zu übernehmen. In Gesellschaften mit einem ausgeprägten Sozialstaat sind große Teile des Gesundheitssystems in staatlicher Verantwortung. Wie bei vielen anderen Dingen auch, tendieren staatliche Organisationen häufig dazu zu reagieren und weniger präventiv zu agieren.

Deshalb kommt die Gesundheitsvorsorge häufig zu kurz. Aber durch ein zunehmendes Bewusstsein in der Bevölkerung, auf Körper und Geist zu achten, wird das staatliche Gesundheitssystem unterstützt durch private Vorsorge. Deshalb zählen für uns auch die Themen Sport und sportliche Betätigung sowie gesunde Ernährung zu dem großen Zukunftsthema: Gesundheit. Mit speziellen Applikationen lassen sich zum Beispiel Schlafzyklen und Ernährungsprogramme optimieren.

Positiv zu werten ist auch das Thema digitale Sprechstunde. Hier kann mit einem geringen zeitlichen Aufwand eine professionelle Ersteinschätzung durch einen Arzt erfolgen und dadurch eine Unterstützung geboten werden, welcher Facharzt die richtige Anlaufstelle wäre. Im Hintergrund wird dafür ein weiterer Ausbau der IT-Infrastruktur, zum Beispiel mit der digitalen Krankenakt, notwendig sein. Unternehmen wie Compugroup, Secunet oder Cerner sehen hier gute Chancen, bei der weiteren Digitalisierung des Gesundheitswesens zu partizipieren.

In der Medikamentenentwicklung greifen Pharmaunternehmen zunehmend auf unstrukturierte Datenmengen zurück, um passende Anknüpfungspunkte für vielversprechende Medikamente zu finden. Das Zusammenwachsen von Software-Unternehmen und Pharmafirmen ist absehbar. In der Verbindung von Diagnostik und Pharmaforschung kann es gelingen, gerade bei seltenen Erkrankungen schneller passende Studienteilnehmer zu finden, um letztlich helfende Medikamente frühzeitig nutzbar zu machen.

Aber auch die Neuentwicklungen im Bereich der Immuntherapien bieten einen neuen Ansatzpunkt mit schwerwiegenden Erkrankungen auf Basis des eigenen Immunsystems besser klar zu kommen.Auch im Operationssaal hält zunehmend die Technik Einzug. Mit Hilfe von chirurgischen Robotern, wie zum Beispiel von Intuitive Surgical, Medtronic oder Stryker, können Operationen in Zukunft noch sicherer und zielgerichteter durchgeführt werden.

Durch die Kombination von Medizin und Technik wird es im Gesundheitsbereich aber nicht nur Gewinner geben. Insgesamt spricht viel dafür, dass die Aufenthalte im Krankenhaus kürzer werden und daher im Krankenhausbereich eine Konsolidierung ansteht. Auch Pharmafirmen, die den Einsatz von künstlicher Intelligenz und großen Datenmengen scheuen, werden es schwerer haben, bei der Entwicklung von Medikamenten Patente zu erlangen.

Nicht zuletzt sind viele Medizintechnikunternehmen, wie Carl-Zeiss-Meditec, Drägerwerk, Philips und Siemens Healthineers gefordert nicht nur die Hardware zu konzipieren, sondern mit Hilfe geeigneter Software die Nutzungsarten zu erweitern. Die enge Zusammenarbeit von Carl-Zeiss und Microsoft wird hierbei wohl eher zur Norm werden.

Insgesamt zeigt sich bereits seit Jahren, dass die Preisinflation im Gesundheitsbereich überdurchschnittlich ausfällt. Dies dürfte absehbar auch so bleiben. Als Anleger sitzt man in diesem Sektor strategisch günstig, wobei die Bewertungen auch noch verhältnismäßig moderat erscheinen.

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Aus dem Börse Express-PDF vom 05. März - hier zum kostenlosen Download

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