Pensionisten, die einer Nebentätigkeit nachgehen wollen, sollen keine finanzielle Nachteile erleiden, sondern ihre Expertise ungehindert ins Arbeitsleben einbringen können

Viele Geschäfte haben am heutigen 8. Dezember ihre Pforten geöffnet, nach dem Corona-Frust der letzten Jahre würden die Zeichen auf einen umsatzstarken Einkaufstag hinweisen. Leider drücken Teuerung und explodierende Energiepreise massiv die Einkaufslust und auch den Arbeitskräftemangel dürften viele Geschäfte und Unternehmen heute wieder zu spüren bekommen: „Feiertage machen immer etwas nachdenklich. Heute danke ich daher einerseits den vielen Menschen im Handel und in anderen Betrieben, dass sie auch am Feiertag ihrer Arbeit nachgehen. Andererseits müssen wir aber auch darüber reden, wohin sich unsere Arbeitswelt grundsätzlich entwickelt,“ erklärte FPÖ-Wirtschaftssprecher NAbg. Erwin Angerer mit Verweis auf die gestrige Sitzung des Wirtschaftsausschusses.

"Uns gehen an allen Ecken und Enden die Arbeitskräfte aus. Facharbeitermangel, Massenarbeitslosigkeit und Kurzarbeit bedrohen uns seit der Corona-Pandemie verstärkt. Unser Wirtschaftsstandort ist in Gefahr und die einzigen Gegenmodelle, die von ÖVP-nahen Wirtschaftskreisen präsentiert werden, finden ihren Niederschlag in einer ungezügelten Öffnung unseres Arbeitsmarkts für Asylwerber und illegale Zuwanderer, die oftmals nicht unsere Sprache sprechen und dann als ,Fachkräfte' unseren Arbeitsmarkt retten sollen. Vergessen wird leider immer wieder, dass wir genügend ungenütztes Potential in Österreich haben, das lediglich darauf wartet, aktiviert zu werden! Wir haben eine aktive Generation 60 plus, die trotz Pensionsantritts noch einen gewissen Teil ihrer Zeit für die Ausübung einer Beschäftigung einsetzen möchte,“ so Angerer, der in der Sitzung des Wirtschaftsausschusses einen diesbezüglichen Antrag einbrachte.

Konkret fordert die FPÖ, dass Pensionisten, die sich dazu entscheiden, einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachzugehen, finanzielle und bürokratische Hürden genommen werden. So soll die Zuverdienstgrenze (=Geringfügigkeitsgrenze) vierteljährlich angepasst und auch die Lohnnebenkosten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer nach Pensionsantritt reduziert werden. „Viele Pensionisten sind sehr aktiv, verfügen über einen erheblichen Erfahrungsschatz und Wissen. Überdies wären sie für unseren Arbeits- und Wirtschaftsmarkt eine enorme Bereicherung. Wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass es für jene Pensionisten, die ihre Expertise und ihre Erfahrungen aktiv einbringen wollen, attraktiv wird, sich wieder am Arbeitsleben zu beteiligen. Davon würden viele Wirtschaftsbranchen profitieren und auch unsere Pensionisten hätten die Möglichkeit, wieder gestaltend am Arbeitsleben teilzunehmen und sich ein Zubrot zu verdienen, ohne finanzielle Nachteile fürchten zu müssen“, sagte Angerer, der klare Worte für die Vertagung des Antrags im Ausschuss fand: „Die ÖVP betreibt weiterhin reine Klientel-Politik, Pensionisten gehören da leider nicht dazu und scheinbar erkennt die Volkspartei nicht, dass damit auch eine Win-Situation für viele Wirtschaftsbetriebe erreicht werden könnte.“