Infineon (WKN: 623100) und Intel (WKN: 855681) sind zwei große Unternehmen in der Chip-Branche. Allerdings bedienen beide sehr unterschiedliche Märkte, auch wenn es zumindest kleine Überschneidungen gibt. Das macht sich auch in der Größe der beiden bemerkbar. Denn Intel ist sehr viel größer als Infineon, da man den größeren Markt bedient. Die Aktien der beiden haben sich über die letzten Monate zudem sehr unterschiedlich entwickelt, sodass eines der Unternehmen deutlich interessanter wirkt.

Intel – der kalifornische Riese mit günstigem Aktienkurs

Der große Unterschied zwischen den beiden Konzernen ist, dass Intel mehr auf den Endkundenbereich fokussiert ist. Der Konzern ist Marktführer im Bereich der CPUs für Laptops und Desktop-PCs. Aber auch im Bereich der Server-CPUs kommt keiner an Intel vorbei. Die beiden Bereiche sind riesig und extrem profitabel. Deshalb ist Intel beim aktuellen Aktienkurs von 49,57 Dollar (Stand: 29.07.2020) ein Gigant mit einem Marktwert von mehr als 200 Mrd. Dollar.

Allein im zweiten Quartal lag der Umsatz bei 19,7 Mrd. Dollar. Gegenüber dem Vorjahreswert war das eine Steigerung um 20 %. Nicht schlecht für einen solchen Riesen. Dabei hat aber natürlich die Nachfrage nach Servern und PCs für Privatpersonen aufgrund der Pandemie ihren Beitrag geleistet. Deshalb geht man von einer Abschwächung des Geschäfts im weiteren Verlauf des Jahres aus.

Unterm Strich ist im zweiten Quartal ein Gewinn nach Steuern von 5,1 Mrd. Dollar übrig geblieben. Wow! Es gibt nicht viele Unternehmen, die mehr Geld verdienen. Im letzten Geschäftsjahr wurde ein Nettogewinn von 21 Mrd. Dollar oder 4,71 Dollar je Aktie angehäuft.

Und dennoch ist man an der Börse nicht zufrieden mit den Zahlen. Über die letzten zwölf Monate ist die Aktie um mehr als 10 % gefallen und kostet aktuell noch 49,57 Dollar. Damit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei spottbilligen 10,5!

Ein ganz anderes Bild zeigt sich dagegen bei Infineon.

Infineon – der deutsche Nischenanbieter

Der Münchener Konzern ist in einer vollkommen anderen Branche tätig. Ein großer Geschäftsbereich sind beispielsweise Chips für die Automobilindustrie. Das hat allerdings den Vorteil, dass man in einer weniger schnelllebigen und wettbewerbsintensiven Branche tätig ist als Intel. Gleichzeitig ist der Markt aber auch ungleich kleiner.

Im letzten Geschäftsjahr ist ein Umsatz von 8 Mrd. Euro zusammengekommen. Unterm Strich blieb ein Gewinn nach Steuern in Höhe von 870 Mio. Euro oder 0,77 Euro je Aktie.

Im zweiten Geschäftsquartal des Jahres konnte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr zwar weitgehend stabil gehalten werden. Aber der Gewinn ist um fast die Hälfte auf nur noch 0,13 Euro je Aktie eingebrochen. Klingt erst mal ziemlich katastrophal, war aber auch nicht anders zu erwarten, wenn die Automobilindustrie zu den großen Kunden zählt. Die Produktionsstillstände haben auch bei Zulieferern wie Infineon ihre Spuren hinterlassen.

Trotzdem hat sich die Aktie sehr viel besser entwickelt als die Intel-Aktie. Über die letzten zwölf Monate ist der Kurs um fast 25 % gestiegen. Aktuell muss man für einen Anteilsschein 21,64 Euro zahlen (Stand: 29.07.2020). Damit liegt das KGV bei ordentlichen 28.

Ein Teil der Erklärung dafür ist vermutlich die vor Kurzem abgeschlossene Übernahme der Cypress Semiconductor Corporation. Die Übernahme hat sich Infineon satte 9 Mrd. Dollar kosten lassen und unter anderem mithilfe mehrerer Kapitalerhöhungen finanziert. Allerdings wird sich hier erst noch zeigen müssen, wie groß der Beitrag zum Gewinn letztendlich ausfallen wird.

Das Ergebnis ist eindeutig

Der Blick auf die finanzielle Performance im laufenden Jahr sowie das KGV deuten stark darauf hin, dass Intel aktuell die bessere Investition sein dürfte. Denn ein KGV von nur 10,5 bei steigenden Gewinnen ist schon sehr wenig. Jedoch muss berücksichtigt werden, dass sich das Geschäft im Rest des Jahres abschwächen wird. Selbst wenn der Gewinn aber um 50 % einbrechen würde, wäre Intel noch günstiger bewertet als Infineon. Dass es dazu kommt, ist auch eher unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass Intel auch weiter starke Ergebnisse liefern wird, die etwa auf dem Niveau des letzten Jahres liegen werden. Infineon dagegen muss erst mal den bisherigen Umsatzverlust wieder aufholen und in seine Bewertung hineinwachsen.

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Dennis Zeipert besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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