Die Zahlen des Gewerbeimmobilien-Spezialisten Aroundtown zeigen, in welch‘ Problemen die Hotel-Branche steckt. Im Vorjahr sank der operative Gewinn um rund ein Fünftel. Dies mehr oder weniger einzig begründet in den Hotelaktivitäten des Konzerns, die rund ein Viertel des Portfolios ausmachen. 90 Millionen weniger waren es in Summe, weil rund 120 Millionen Euro an Hotelmieten im vergangenen Jahr gestundet werden mussten. Ein großer Teil der Hotels ist zwar geöffnet, aber dort dürften überwiegend nur Geschäftskunden übernachten und keine Freizeittouristen.

Auch für das laufende Jahr erwartet der Konzern noch Stundungen von Hotelmieten in ähnlicher Höhe wie 2020.

Dazu passen deutsche Branchenzahlen: Im Zeitraum zwischen März 2020 und Januar 2021 fiel der Umsatz in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben laut Statistischem Bundesamt um 54,8 Prozent. Kein Wunder, dass vielen der Betriebe das Wasser bis zum Hals steht …

Was in der Vergangenheit immer wieder eine gute Gelegenheit war, späteres Potenzial zu einem jetzt günstigen Preis zu erwerben. Daran glaubt auch der JPI Hospitality Investors Club rund um Daniel Jelitzka, Gründer und Geschäftsführer der Wiener JP Immobiliengruppe, der sich mit Lukas Euler-Rolle einen erfahren Private Equity-Spezialisten als CEO und Gebhard Schachermayer einen ausgewiesenen Hotelprofi als weiteren Geschäftsführer an Bord geholt hat. Noch bis Ende Juli dürfte der erste Zukauf erfolgt sein, sagt Euler-Rolle im Gespräch mit dem Börse Express.

Im Fokus stehen gehobene Hotelimmobilien aus dem City- und Leisure-Bereich in Europa’s Top Regionen. Die regionale Fokussierung begründet Euler-Rolle damit, dass sich gemessen an der Zahl der Nächtigungen die Hälfte des weltweiten Tourismus in eben Europa abspielt, und er überzeugt ist: „Europa wird auch nach Corona die Nummer-1-Destination sein“.

Wenn auch mit Unterschieden zu jetzt. Euler-Rolle erwartet künftig mehr innereuropäischen Reiseverkehr, weniger Fernreisen. Und bis dahin, „dass es in der Branche noch ordentlich scheppert“. Denn ausgehend von einer zumeist viel zu niedrigen Eigenkapitalquote, stehen viele Betriebe vor dem Aus: 20 Prozent der Hotels in Mallorca stehen bereits zum Verkauf – laut einer Umfrage fürchtet 40 Prozent der Wiener Stadthotellerie um ihre Zukunft …. Was wiederum die potenziellen Investmentmöglichkeiten für den JPI Hospitality Investors Club stetig erhöht: „Derzeit haben wir mehr als 250 Hotels in der Vorprüfung und täglich kommen fünf bis zehn dazu“, sagt Euler-Rolle. Was ihm wichtig ist: „Wir suchen keine Baustellen und keine Projektentwicklungen, sondern ausschließlich betreiberfreie und grundsätzlich betriebsbereite Objekte, die nach einem Refurbishment neu designed und gebrandet werden sollen (wobei bisherige Eigentümer durchaus willkommen sind, an Bord zu bleiben. Gleichzeitig versuchen einige Hotelbetriebe, eine nicht geklärte Nachfolgeregelung per Verkauf zu lösen). Als Unterstützung im Sourcing- und Due-Diligence-Team konnte der Club pkf Hotelexperts gewinnen, einen seit Jahrzehnten weltweit tätigen Hotelconsulter. Weiters ist z.B. an Bord Christoph Hofmann (Gründer 25hours Hotels und bikini) als bevorzugter Operator, für Umgestaltungen wurden die Wiener Architekten BWM (Erich Bernard) sowie die Schweizer Monoplan gewonnen. Mit allen diesen Partnern hat man bereits mehrere Hotelprojekte realisiert.

Der eigentümergesteuerte Club soll neben JP Immobilien, aus erfahrenen Immobilieninvestoren und Family Offices bestehen… „Gleichgesinnte, die eine Idee entwickeln und gemeinsam umsetzen möchten“, wie Euler-Rolle sagt. Auch wenn über Geld nicht gesprochen wird, intern wird aber durchaus damit gerechnet, dass sich das Ganze für alle Beteiligten gut rentieren soll.

Wie das funktionieren soll? Wie so oft, liegt der Gewinn im günstigen Einkauf – wie eben in Krisenzeiten. Für den Einkauf ist rund die Hälfte des Kapitals vorgesehen, noch einmal soviel für das Refurbishment/Redsign/Rebranding (was Euler-Rolle neben dem „einzigartigen“ Team auch als USP des Clubs bezeichnet, „wir investieren“). Da es derzeit kaum möglich ist, von Banken für solche Projekte Kredite zu bekommen, wird vorerst vor allem mit Eigenmitteln gearbeitet. 10 bis maximal 15 Projekte sollen es am Schluss sein, die danach entweder mit Gewinn wieder verkauft werden, oder die Rendite aus dem laufenden Betrieb erwirtschaften sollen.

Euler-Rolle geht auch davon aus, dass solche Kredite von Banken mit der Zeit nicht mehr als ‚heiße Kartoffel‘ angesehen werden und entsprechend so weiteres Investitionskapital zusammenkommen wird. Wir werden weiter berichten …

 

 

Aus dem Börse Express-PDF vom 31. März - hier zum kostenlosen Download

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