Diese Verfahrensweise kann sich kaum auszahlen. Und somit stellt sich die Frage, warum Anlegerinnen und Anleger nicht aus der Vergangenheit lernen? Denn auch in den zurückliegenden Jahrzehnten gab es praktisch jährlich vergleichbare Ereignisse, die jeweils zu breiter Verunsicherung führten. Die Finanzkrise, 9/11, die Griechenlandpleite, der Jugoslawien-Krieg oder auch der Zusammenbruch des Neuen Marktes; um nur einige zu nennen.

Für all diejenigen, die sich mit Finanzthemen beschäftigen, geht es nun darum, wie ein Portfolio einigermaßen krisenresistent ausgerichtet werden kann.

Unabhängig von den Schwierigkeiten sich derzeit richtig am Markt zu positionieren, erfordert jedwedes Engagement zunächst einmal Liquidität. Angesichts der Ausgangslage mit gefallenen Kursen, Nullzins und Inflation sind bei vielen Investierenden die Cashbeträge spürbar gesunken. Wer also jetzt nicht über die finanziellen Mittel zum Nachkaufen verfügt, dem bleiben tatsächlich nur zwei Optionen; entweder die Liquidität aus den vorne liegenden Positionen zu beziehen oder den Bärenmarkt einfach auszusitzen.

Letzten Endes sollte bei jeder Kapitalmarktanlage das Risikomanagement im Fokus stehen. Eine gesunde Streuung nach Ländern, Branchen und Unternehmensgrößen ist einfach unerlässlich. Mindestens ebenso wichtig erscheint die disziplinierte Ausstiegsstrategie, um größere Verluste zu vermeiden. Wer 50% verliert, muss 100% zulegen, um sein Kapital zurückzuerhalten. Bei 70% Verlust sind bereits 233% Kursanstieg erforderlich. Demzufolge ist die Mathematik sicher kein Freund des Risikos. Ein gutes Anlagekonzept beginnt beim Risikomanagement und setzt sich mit der Erkenntnis fort, dass ein Produktmix in der Allokation durchaus sinnvoll ist. Wer nicht nur auf die Tageskomik der Märkte reagieren will, muss produktübergreifend Stimmungen und Richtungen, Trends und andere Einflüsse antizipieren. Das ist sicherlich zeitaufwendig, aber eben für den langfristigen Anlageerfolg erforderlich. Und eines ist nach all den Jahren vor, während und nach der Finanzkrise deutlich geworden. Strukturierte Wertpapiere gehören in jedes erfolgreiche Depot. Wem es lediglich um den Ausgleich der hohen Kaufkraftverluste geht, dem bieten sich derzeit interessante Möglichkeiten mit Index- und Partizipations-Zertifikaten, die sich darauf konzentrieren, Unternehmen in einem Korb zu bündeln, und sich im Umfeld einer hohen Inflation besser als der Durchschnitt behaupten können.

 

Aus dem Börse Express PDF vom 21.06. hier zum Download

 

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