Die Schweizerische Nationalbank SNB bekräftigt ihre lockere Geldpolitik. Sie führt außerdem einen neuen Leitzins ein und ändert damit ihr geldpolitisches Konzept.

Wie die SNB am Donnerstag in Zürich mitteilte, orientiert sie sich neuerdings nicht mehr am Libor-Zielband. Sie werde fortan die geldpolitischen Entscheide durch die Festlegung des SNB-Leitzinses treffen und kommunizieren. Dieser betrage minus 0,75 Prozent. Das Libor-Zielband wurde vor knapp zwei Jahrzehnten eingeführt.

Der Grund für die Einführung des Leitzinses sei, dass die Zukunft des Libors nicht gesichert sei. Die britische Finanzmarktaufsicht wird das Bestehen des Libors nur bis Ende 2021 durchsetzen.

Den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank belässt die SNB bei minus 0,75 Prozent. Gleichzeitig bleibt sie bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv, wobei die gesamte Währungssituation berücksichtigt werde. Dadurch stabilisiere man die Preisentwicklung und unterstütze die Wirtschaftsaktivität, so die SNB in ihrer Mitteilung.

Der Franken sei handelsgewichtet nach wie vor etwas stärker als im März und damit nach wie vor "hoch bewertet", so die Notenbanker. Die Lage am Devisenmarkt bleibe fragil.

Der Negativzins sowie die Bereitschaft der SNB, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, seien damit "unverändert notwendig". Sie würden die Attraktivität von Anlagen in Franken tief halten und den Aufwertungsdruck auf die Währung reduzieren.

Ihre Wachstumsprognose beließ die SNB unverändert. Sie geht damit für 2019 weiter von einem Wachstum des Bruttonlandproduktes (BIP) von "rund 1,5 Prozent" aus". Die Inflationsprognosen wurden gegenüber März leicht nach oben angepasst. /rw/ra/AWP/bgf

AXC0097 2019-06-13/10:22

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