Das darauf aufbauende Konzept eines Indexfonds (ETF) ist einfach zu verstehen: Er baut mit seinem Aktienkorb einen Index wie den MSCI World nach. Regelmäßig werden Firmen im Index aussortiert und dann auch im ETF automatisch durch andere ersetzt. Der Anleger muss sich um nichts kümmern und bekommt den Durchschnitt der weltweiten Börsen.

Die nach Fondsvolumen größten MSCI World-ETFs kommen von iShares und Xtrackers, die günstigsten von Lyxor, SPDR und HSBC. Für die Auswahl eines MSCI World-ETF sind neben der Wertentwicklung weitere Faktoren wichtig: Die ETF-Größe, da zu kleine ETF der Gefahr einer Schließung unterliegen. Die laufenden Kosten, da diese direkten Einfluss auf die Rendite haben. Die Ertragsverwendung, also ob der ETF ausschüttet oder seine Erträge automatisch wieder anlegt (Thesaurierung). Zudem gibt es Unterschiede beim Fondsdomizil (Auflageort) und bei der Replikationsmethode, also ob der ETF die Aktien tatsächlich physisch besitzt oder deren Wertentwicklung nur nachbildet (repliziert).

Der MSCI All Countries World Index (ACWI) ist noch weiter gefasst als der klassische MSCI World. Der MSCI ACWI verteilt die Aktienrisiken auf knapp 3000 Unternehmen und damit fast doppelt so viele als sein bekannter Bruder. Ergänzend zu den Industrieunternehmen bündelt der Index auch die größten Firmen aus 27 Schwellenländern, wie zum Beispiel China, Südkorea, Indien oder Brasilien mit einem Anteil von rund 13 Prozent.

Es kann aber auch innerhalb eines ETF zu größeren Änderungen kommen, wie derzeit bei Xtrackers, der ETF-Tochter der Deutschen Bank. Eine Reihe von Xtrackers-ETFs folgen ab Oktober einem anderen Index als bisher. Der Xtrackers MSCI AC World bildet nicht mehr den All-Countries-Index nach, sondern den Index „MSCI AC World ESG Screened“. Das bedeutet, dass diejenigen Unternehmen aussortiert werden, die Nachhaltigkeitskriterien verletzen. Die Schwergewichte Apple, Microsoft und Co. bleiben erhalten, die größten aussortierten Unternehmen sind der Einzelhandelskonzern Walmart, der Tabakkonzern Philip Morris und das Öl- und Gasunternehmen Shell (Öl/Gas). Kleiner aber aus Deutschland betroffen sind etwa RWE, Bayer und Airbus. Damit wird dieser ETF in Zukunft automatisch etwas nachhaltiger.

MSCI-Indizes des gleichnamigen US-amerikanischen Finanzdienstleisters sind die Stars unter den globalen Indizes. Ihre vergleichbaren Indizes der britischen FTSE Group stellen sie leicht in den Schatten. FTSE hat ebenfalls einen Index, der Industrie- und Schwellenländer umfasst, den All-World-Index. Er ist sogar noch etwas breiter gestreut (diversifiziert) als der MSCI ACWI. Die größte Diskrepanz zwischen den beiden Anbietern gibt es in der Einstufung der einzelnen Nationen als Industrie- oder Schwellenland. So wird beispielsweise Südkorea und Polen vom einen als Industrienationen, vom anderen als Schwellenländer eingestuft und auch beim Umgang mit den chinesischen Aktienklassen gibt es Unterschiede. Ein Weltaktien ETF sieht somit auf den ersten Blick einfach aus, oft ist aber ein zweiter zu empfehlen. 

Aus dem Börse Express-PDF vom 14. Oktober - hier zum kostenlosen Download

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