Die Wiener Börse hat ihre Kursverluste am Freitagnachmittag noch etwas ausgeweitet. Der Leitindex ATX verlor gegen 14.15 Uhr 2,52 Prozent auf 2.004,71 Zähler. Die europäischen Leitbörsen tendierten ebenfalls mit deutlichen Abschlägen.

Damit konnten die Aktienmärkte in Europa den Schwung von der Wall Street nicht mitnehmen. Am Vorabend hatte der Dow Jones um über sechs Prozent zugelegt und sich damit seit Wochenbeginn um mehr als 20 Prozent erholt. Nun deuteten die US-Futures für Freitag ebenfalls einen deutlich tieferen Börsenauftakt an.

In Europa haben die Staats- und Regierungschef am Vorabend eine Entscheidung über die Art der Finanzhilfen in der Corona-Krise vertagt. Die Länder der Eurozone sollen in zwei Wochen Vorschläge zum weiteren wirtschaftspolitischen Vorgehen angesichts den Auswirkungen der Verbreitung des neuartigen Virus vorlegen.

Der ATX wurde am Nachmittag weiterhin vor allem von einer Kursschwäche der Bankaktien belastet. Die Papiere der BAWAG verloren als schwächster Wert im Leitindex 7,56 Prozent auf 25,42 Euro. Die Titel der Erste Group gaben um 7,17 Prozent auf 18,26 Euro nach. Für die Anteilsscheine der Raiffeisen Bank International (RBI) ging 3,11 Prozent auf 14,50 Euro nach unten.

Auch andere Index-Schwergewichte zeigten sich schwach. Verbund (minus 3,94 Prozent auf 33,18 Euro), OMV (minus 3,66 Prozent auf 24,75 Euro) und voestalpine (minus 3,54 Prozent auf 17,87 Euro) verzeichneten jeweils Kursverluste von über dreieinhalb Prozent. Sowohl zum Verbund als auch zur voestalpine hat die Commerzbank neue Analysen veröffentlicht. Für den Stromkonzern senkte sie ihr Kursziel von 49,00 auf 38,00 Euro und bestätigte ihre "Hold"-Empfehlung. Bei der voestalpine nahm sie ihr Kursziel ebenfalls zurück - und zwar von 17,00 auf 14,00 Euro. Die Verkaufsempfehlung "Reduce" blieb aufrecht.

Dagegen zogen die Titel der CA Immo um 7,21 Prozent auf 29,00 Euro an. Die Analysten der Deutsche Bank haben ihre Anlageempfehlung "Buy" für die Aktien der Immobiliengesellschaft nach Vorlage der Jahresergebnisse für 2019 bestätigt. Gleichzeitig wurde das Kursziel von 44,00 auf 50,00 Euro angehoben.

Leicht im Plus tendierten AT&S mit einem Kurszuwachs von 0,45 Prozent auf 13,50 Euro. Sie zeigten sich somit unbeeindruckt von einer Mitteilung des Unternehmens zu den geschäftlichen Auswirkungen der Coronakrise auf das neue Geschäftsjahr. Der Leiterplattenhersteller hatte am Vorabend bekannt gegeben, dass diese derzeit nicht zu quantifizieren seien. Bisherige Analystenschätzungen dürften aller Voraussicht nach verfehlt werden. Das Unternehmen werde Nachfragerückgänge in einigen Kundensparten verzeichnen.

Im gesamten prime-market-Segment gehörten Polytec mit einem Minus von 3,37 Prozent auf 4,59 Euro zu den größten Verlierern. Aufgrund der Coronavirus-Krise rechnet der oberösterreichische Autozulieferer für heuer mit "negativen Auswirkungen auf Umsatz und Ertragslage". Ein verlässlicher Ausblick sei wegen der sich laufend ändernden Rahmenbedingungen nicht möglich. Für das Geschäftsjahr 2019 verzeichnete das Unternehmen einen rückläufigen Gewinn.

dkm/ger

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