Fast jedes aufstrebende Wachstumsunternehmen wird früher oder später in Erwägung ziehen, an die Börse zu gehen. So kann es frisches Kapital von Investoren einsammeln, und ganz nebenbei bedeutet ein Börsengang auch noch viel mediale Aufmerksamkeit. Aktuell ist der Büroflächenvermieter WeWork mit seinem geplanten IPO (Initial Public Offering) in aller Munde.

Sich an Börsengängen zu beteiligen, kann auch für Anleger eine interessante Sache sein: Die Aktien wirklich erfolgreicher Unternehmen werden vielleicht nie wieder so günstig zu haben sein wie zu diesem Zeitpunkt. So war es etwa bei Alphabet (WKN: A14Y6F), das damals noch Google hieß, und Netflix (WKN: 552484). Doch es gibt auch Gegenbeispiele: Snap (WKN: A2DLMS) und Lyft (WKN: A2PE38) sind Beispiele für Börsendebüts aus der jüngeren Vergangenheit, die krachend gescheitert sind.

Wie können Investoren die Snaps und Lyfts unter den Börsengängen vermeiden, und ist es für Privatanleger überhaupt ratsam, bei IPOs zu investieren? Lies weiter, wenn du mehr wissen willst!

Die entscheidenden Faktoren

Eine aktuelle Untersuchung der US-Investmentbank Goldman Sachs wirft Licht ins Dunkel: Sie hat 4.500 US-Börsengänge seit 1995 untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass ein nachhaltiges Umsatzwachstum der wichtigste Faktor ist. Das macht durchaus Sinn, da das Umsatzwachstum auch der langfristig entscheidende Treiber für Aktienrenditen ist.

Investoren sollten demnach in Unternehmen investieren, die in den nächsten drei Jahren nach ihrem Börsendebüt ein starkes Umsatzwachstum abliefern könnten – auch, wenn die Unternehmensgewinne noch auf sich warten ließen, so die Goldman-Experten.

Über die Zeit sei das zeitnahe Erreichen der Gewinnzone jedoch wichtiger geworden. Viele der Unternehmen, die in den Jahren nach dem IPO eine außergewöhnliche Rendite brachten, schrieben in den ersten drei Jahren nach dem Börsengang erstmals schwarze Zahlen.

Das klingt nach einem schwierigen Unterfangen: Einerseits sollen Anleger dem schnellen Erreichen der Gewinnzone eine untergeordnete Bedeutung beimessen – und andererseits doch irgendwie darauf hoffen, da dann die Wahrscheinlichkeit für gute Renditen noch weiter steigt. Lassen wir also den Faktor Gewinn am besten aus der Gleichung heraus – Anleger sind wahrscheinlich am besten beraten, auf das Umsatzwachstum zu schauen.

Die Risiken

Ich persönlich habe mich noch nie an einem IPO beteiligt. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass mir zum Zeitpunkt des Börsengangs kaum Daten über das Unternehmen vorliegen, die ich analysieren könnte. Das fängt bei der Historie der Finanzkennzahlen an und endet bei Erfahrungswerten über den Charakter des Managements.

Außerdem sind starke Ausschläge des Aktienkurses direkt nach dem Börsengang vorprogrammiert: Der Kreis von Anlegern, die an einem IPO teilnehmen, ist meistens recht beschränkt im Vergleich zur Anzahl aller Teilnehmer am Aktienmarkt. Dadurch können Verzerrungen in der Unternehmensbewertung entstehen, die sich erst nach einigen Handelstagen oder -wochen korrigieren. Möglicherweise zum Nachteil derer, die von Anfang an dabei waren.

Auch statistisch gesehen schneidet das IPO-Geschäft aus Investorensicht schlecht ab: Nur den starken Überrenditen einiger weniger Aktien wie eben Alphabet oder Netflix ist es zu verdanken, dass man in dem von Goldman Sachs untersuchten Zeitraum mit Investitionen in Börsengänge überhaupt eine positive Rendite erzielen konnte.

Wie ich vorgehen würde

Nicht selten werden, vor allem im Tech-Bereich, Aktien bei IPOs mit völligen Mondpreisen taxiert, weil überschwänglicher Optimismus in Bezug auf die zukünftige Entwicklung vorherrscht. Schon kleinste Verfehlungen bei den Wachstumserwartungen führen dann zu heftigen und dauerhaften Abschlägen, da die Euphorie im Voraus einfach zu groß war.

Das Ganze kann auch in die andere Richtung ausschlagen und zweistellige Tagesgewinne bringen – definitiv eine schöne Rendite. Doch mit dieser Strategie gleicht die Börse eher einem Spielcasino.

Wer wirklich langfristig an einem IPO-Unternehmen interessiert ist, kann schon mit kleinen, unkomplizierten Rechnungen erkennen, ob sich die Teilnahme am Börsengang lohnt: Wenn das Unternehmen in den nächsten Jahren mit x % seine Umsätze steigert und in fünf Jahren eine Gewinnmarge von y aufweist, wie hoch ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) dann zum geplanten Emissionskurs?

Wem das Ergebnis zu hoch vorkommt, der lässt vielleicht besser die Finger davon. Doch wenn das entstandene KGV recht niedrig – am besten einstellig – ausfällt, könnte die Aktie starken Spielraum für Wachstum aufweisen.

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Christoph besitzt Aktien von Alphabet (C-Aktien). Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Vorstand von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A- und C-Aktien) und Netflix.

Motley Fool Deutschland 2019